Capsaicin, was Chilis scharf macht, hilft auch bei Krebs und Fettleibigkeit

Unter „Scharf“-Essern schon immer vermutet – ist es jetzt Gewissheit! Chilis und damit gewürzte Speisen sind gesund und nicht nur schmerzendes Beiwerk in den Speisen.
Capsicum annuum, so der botanische Name hat seine schärfsten Argumente in den Samenscheidewänden. Daher liegt die Schärfe auch näher am Stielende als an der Spitze!
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Der scharfe Inhaltsstoff ist das Capsaicin, das chemisch gesehen ein Fettsäureamid aus einer aliphatischen (langkettigen) Säure (trans-8-Methyl-6-nonensäure, Pelargonsäure) und Vanillylamin.

Capsaicin

Das „Brennen“ im Mund oder auf der Haut etc. bei Kontakt mit dem Capsaicin ist sozusagen eine Täuschung, denn in Wahrheit werden hier nur die für den Wärmereiz zuständigen Nervenzellen angesprochen. Allerdings führt der Stoff auch zu einer relativ langen Desensibilisierung, was Chili Konsumenten dazu verhilf noch öfter noch schärfer essen zu können. Im Extremfall könnten aber auch diese Nerven im Gaumen absterben. Das ist aber auch bei außergewöhnlichen Scharfessern nur selten zu beobachten.


Capsaicin als frühes Arzneimittel
Die lange Desensibilisierung führte auch zur Verwendung als Schmerzmittel. Wer die Schmerzen überstanden hat, wird noch länger ein taubes Gefühl in Erinnerung behalten haben. Capsaicin wird aber wegen seiner Durchblutung fördernden Wirkung auch in Hautpflastern gegen Rheuma und Verspannungen verwendet. Vorsicht bei offenen Wunden, da hilft nur Abwaschen mit Speiseöl, denn Capsaicin ist nicht Wasser löslich.
Daher hilft es auch beim Essen z.B. der indonesischen Reistafel nicht, Wasser oder Bier zu trinken. Zur Linderung ist Milch, Joghurt und eine 10%ige Zuckerlösung die beste Medizin.

Capsaicin als Kampfstoff
Wer die hochkonzentrierte Substanz schon mal auf den Schleimhäuten, in den Augen oder an den Geschlechtsteilen verspürt hat, weiß, warum man damit Feinde kampfunfähig machen kann. Die bekannten Pfeffersprays enthalten diesen Wirkstoff.

Capsaicin in der Krebsforschung
Bei Versuchen an Mäusen fanden amerikanische Wissenschaftler, dass durch Capsaicin 80% der entarteten Zellen in der Prostata (Prostatakrebs) absterben. Zugleich blieben die verbleibenden Tumore deutlich kleiner und wuchsen sehr viel langsamer als bei unbehandelten Tieren.
Die Wirkung des Capsaicin wird auf das Blockieren eines Proteins mit Namen NF-Kappa B zurückgeführt, das in den Zellen den programmierten Zelltod verhindert. Bei normalen Zellen wird dieser Zelltod ausgelöst, wenn das Erbgut der Zelle beschädigt ist. Bei Krebszellen ist das aber blockiert und somit wächst die degenerierte Zelle einfach weiter.
Zudem schient Capsaicin auch die Androgenrezeptoren zu stören, die bei Kontakt mit Testosteronen das Zellwachstum beschleunigen.
Wenn die gleiche Dosis auch beim Menschen hilft, dann müsste ein 100 kg schwerer Mann etwa 400 mg Capsaicin pro Woche zu sich nehmen (40 scharfe Chili-Schoten)

Sören Lehmann (Cedars-Sinai Medical Center, Los Angeles) et al.: Cancer Research, Bd. 66, Nr. 6

Capsaicin in der Diäthetik
Es mag zwar sein, dass allein der Gedanke an scharfe Chilis bei manchen den Hunger vergehen lässt, jedoch fanden Forscher aus Taiwan kürzlich heraus, dass der Scharfmacher im Labor im Reagenzglas Fettzellen dazu bringt, Selbstmord zu begehen. Dadurch könnten die Fettzellen wirkungsvoll entfernt werden, ohne Fettabsaugung. Es lieferten bereits vor einigen Jahren Studien Hinweise auf eine reduzierte Kalorienaufnahme in Verbindung mit einer Erhöhung des Stoffwechsels bei Genuss der Chiliprodukte.

Chin-Lin Hsu und Gow-Chin Yen (Nationale Chung Hsing-Universität, Taichung): Journal of the Agricultural and Food Chemistry, Bd. 55, S. 1730

Capsaicin, ein wirksamer Schutz der Magenschleimhaut
In Indien, Indonesien und in Mexico werden seit jeher große Mengen an Chilis verspeist, ohne dass es dadurch zu signifikanten Häufungen bei Magen- und Darmtrakt Schäden gekommen wäre.
Eine Studie aus Singapur weist sogar nach, dass ausreichender Genuss von Chilis und somit Capsaicin, die Magenschleimhaut vor Aspirin und Alkohol schützt.

Capsaicin bei Diabetes
Kaum zu glauben aber bereits in 2001 veröffentlichten Jamaikanische Wissenschaftler in der Zeitschrift Phytotherapy Research, dass Capsaicin den Zuckerspiegel bei Hunden signifikant gesenkt hat. Unklar ist anscheinend nur noch, ob die Ausschüttung des Insulins beeinflusst wird oder sein Abbau. Traditionell werden Chilischoten schon seit Jahrhunderten von Heilern in Jamaika eingesetzt bei Diabetes eingesetzt. Jetzt kommen langsam auch die wissenschaftlichen Belege.

http://de.wikipedia.org/wiki/Capsicum
http://de.wikipedia.org/wiki/Capsaicin
http://www.uni-bayreuth.de/departments/ddchemie/umat/rekorde_oc1/rekorde_oc1.htm
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/262950.html
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/275593.html
http://www.chili-balkon.de/medizin.htm
http://www.pepperworld.com
http://www.meduni-graz.at/pharma/b-ph-allg.htm

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