Wasseraufbereitung – aus Abwasser wird Trinkwasser

Wer sich nicht sicher ist, beugt vor!

Das Thema TrinkWasser wird immer wichtiger, denn es wird zunehmend ein knappes Gut. Erst wenn etwas Selbstverständliches plötzlich verknappt und teurer wird, rückt es in den Fokus allgemeiner Betrachtung.

Jeder kennt Wasser oder glaubt zumindest, es zu kennen. Dabei besteht jedes Lebewesen zu ca. 80% aus Wasser und könnte ohne Wasser nicht funktionieren.

Unsere Erde ist zu 70% mit Wasser bedeckt und ist daher eigentlich eine Wasserwelt. Allerdings ist der größte Teil Salzwasser, den man ohne Wasseraufbereitung nicht direkt zur Bewässerung oder als Trinkwasser verwenden kann. In Südeuropa ist das Bewusstsein für Wasser viel ausgeprägter als in weiten Teilen Nordeuropas, da die Sonne und die Hitze ohne Wasser oder künstliche Bewässerung oft nur Wüstenlandschaften hinterlässt.

Interessanter Weise sprechen wir immer vom Wasserverbrauch, obgleich wir Wasser im Wesentlichen nur in der Qualität verändern und im Anschluss aufbereiten müssen. Wasseraufbereitung ist das Perpetuum mobile unserer Natur. Zumindest trifft das auf unser Brauchwasser zu, das wir zum Reinigen (Duschen, Wäschen, Spülen, etc.) verwenden. Laut Wikipedia liegen wir in Deutschland (Stand 2007 ohne Industrie) mit 122 l/Kopf/Tag recht günstig gegenüber z.B: Japan (278), USA (295) und Dubai (500). Dieser Luxus ist in Afrika undenkbar. In den meisten afrikanischen Ländern wird Wasser als kostbares Gut weit mehr geschätzt als hier und dementsprechend auch primär als Trinkwaser und zur Bewässerung eingesetzt.

 


Auch wenn hierzulande die Preise für Trinkwasser und die Kanalgebühren(!!!) stetig steigen, fließt noch viel ungenutztes Potential ungenutzt in die Kanalisation. Aber das Bewusstsein für die knappe Resource Wasser nimmt zu. In ländlichen Gemeinden wie z.B. im Osten, wo viele Häuser nicht mal Sickergruben hatten oder gar an einer Kläranlage angeschlossen waren, werden ab 2015 biologische Kläranlagen zur Auflage. Wo die Gemeinde keine zentrale Lösung bietet, muss der Hausbesitzer selbst tätig werden. Eine wichtige und richtige Entwicklung!

Wie wichtig sauberes Wasser ist und wie hoch seine globale Bedeutung ist, haben viele Nahrungsmittelfirmen längst verstanden und sind dabei, die Quellen zu privatisieren und aufzukaufen. Dass Quellen mit sauberem Trinkwasser noch kostenfrei für die Allgemeinheit sprudeln, dürfte leider ein Auslaufmodell sein, denn die leeren Kassen der Gemeinden werden von skrupellosen Politikern allzu gern durch den Verkauf von Gemeindeeigentum aufgefüllt. Ein weiterer beängstigender Schritt sind die Fälle, bei denen Gemeinden oder Städte, die zentrale Trinkwasseraufbereitung in private Hände legen. Der Ausverkauf hat bereits begonnen…

Dass Quellen unseren Trinkwasserbedarf nicht decken können ist jedem klar, daher wird Grundwasser, Oberflächenwasser aus Flüssen und das Abwasser in riesigen chemisch und biologischen Kläranlagen aufbereitet (-> Wasseraufbereitung). An den Küsten kommt auch entsalztes Meerwasser hinzu. Durch Waschmittel und auch Pharmazeutika, die ins Abwasser über die häuslichen Kanaleinleitungen finden, werden die Reinigungsprozesse aufwändiger, wenn sie den gestiegenen Anforderungen überhaupt gerecht werden. So berichtete der Spiegel unlängst, dass Lebensmittelchemiker der TU Berlin im Trinkwasser Blutfettsenker, Schmerzmittel, Antirheumatika und Östrogene gefunden haben. Wie bedrohlich die gefundenen Konzentrationen aber seien, das weiß keiner, zumal die heutige Analytik in der Lage ist, ein Stückchen Zucker im Bodensee nachzuweisen.

Heute übliche Kläranlagen sind in der Lage viele Schadstoffe und Mikroorganismen zu eliminieren aber organische Spurenstoffe rauschen oft einfach hindurch. Eine Aufrüstung der Anlagen ist schlicht zu teuer und unwirtschaftlich. Vielleicht liegt das Geheimnis wirklich sauberen Trinkwassers in der Trennung nach Einsatzzweck und der gegebenenfalls erforderlichen Nachbehandlung wie z.B. einer Aktivkohlefiltration oder einer Nanofiltration. Wieso sollte man quellfrisches Wasser in einem Trinkwasserleitungsnetz von hunderten von Kilometern in heutigen Metropolen vermuten?!

Wer nun glaubt, Mineralwässer seien das Mittel der Wahl und über jeden Zweifel erhaben, der irrt gewaltig. Wie die Süddeutsche im Mai 2010 berichtete, http://www.sueddeutsche.de/leben/mineralwasser-unser-taegliches-oestrogen-1.400134, findet sich in vielen Mineralwässern ein beängstigender Cocktail der Mineralwasser hormonell betrachtet der Qualität von Kläranlagenabwasser zuordnet. Besonders die „beliebten(?)“ PET Flaschen sind zusätzlicher Grund zur Sorge, da sie anscheinend die Weichmacher aus dem Kunststoff an das Wasser abgeben.  Der Griff zur guten, alten Glasflasche wird wohl wieder zum Trend.

Was kann nun der Verbraucher tun, wenn er/sie sich unsicher ist?

Es gibt unzählige Verfahren und Empfehlungen, aber im Grunde braucht man sich „noch“ nicht verrückt zu machen, da Trinkwasser ein gut überwachtes „Lebensmittel“ ist. Allerdings wäre für den direkten Genuss der Einsatz einer Aktivkohlefiltration mit nachgeschaltetem physikalischen Wasseraufbereiter geschmacklich und gesundheitlich bestimmt nicht abzulehnen.

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